Proppert Iessen

Unter Massentierhaltung leiden Mensch und Tier

Die quälerische Massentierhaltung bleibt ein großer Schandfleck unserer Landwirtschaft. Millionen Tiere leiden zusammengepfercht in riesigen Ställen auf engstem Raum – ein Huhn lebt auf der Fläche eines Taschentuchs. Küken werden die Schnabelspitzen ohne Betäubung abgeschnitten, und Ferkeln die Schwänze.

Tiere überleben diese Qualen oft nur, weil sie massenhaft mit Antibiotika behandelt werden. Immer mehr Keime werden so resistent – und landen später auf unseren Tellern.

Auch die Umwelt leidet: Millionen Tonnen Gülle landen auf unseren Äckern und verseuchen das Grundwasser. Das Tierfutter kommt immer öfter aus Ländern, in denen der Regenwald für Soja gerodet wird – und den Bauern die Ackerfläche für Lebensmittel nimmt. Nicht zuletzt ist die hochindustrialisierte Agroindustrie wesentlich mitverantwortlich für die Klimakrise und das Artensterben.

Zeit für eine neue Haltung

Als Europaabgeordneter kämpfe ich für einen Kulturwandel in der Landwirtschaft. Für Bauernhöfe, die hochwertiges Essen produzieren, Tiere artgerecht halten und die Vielfalt unserer Natur bewahren. Für ein landwirtschaftliches Modell, das den Landwirten einen Weg aus dem Teufelskreis des Preisdumpings der Billigdiscounter ebnet und eine sichere Existenzgrundlage ermöglicht.

Wir Grünen wollen gutes Essen für alle – zu Preisen, die sich jede(r) leisten kann. Die heutigen Lebensmittelpreise lügen. Der Schweinebraten kostet nicht nur das, was auf der Verpackung steht. Den wahren Preis zahlen wir mit unserer Gesundheit, mit dem Raubbau an der Natur, mit dem Sterben der Bauernhöfe und millionenfachem Tierleid.

Wenn wir unsere Landwirtschaft auf solide Beine stellen wollen, müssen wir eine langfristige Umsteuerung der Landwirtschaftspolitik einläuten. Das heißt konkret:

– Weg von Antibiotika! Hühner, Schweine und Kühe brauchen Licht, Luft und Bewegung. Unter besseren Konditionen werden Antibiotika größtenteils überflüssig, denn gesunde Tiere brauchen keine Dauermedikation.

– Wissen, wo unser Essen herkommt! Wir brauchen eine leicht verständliche Kennzeichnung der Produkte, damit man sich für Lebensmittel entscheiden kann, die nicht aus Massentierhaltung stammen oder mit Pestiziden belastet sind.

– Gentechnik? Nein Danke! Wir Grünen fordern ein europäisches Anbauverbot für genmanipulierte Pflanzen.

– Geld für gute Landwirtschaft: Wir wollen die milliardenschweren Fördergelder der Europäischen Union umlenken – weg von der Agroindustrie, hin zu Bauernhöfen, die tier- und artgerecht wirtschaften.

– Veganes Label für Europa! Wir brauchen ein einheitliches, europaweites Label für die Kennzeichnung von veganen Produkten. Menschen, die sich aus persönlicher Überzeugung oder aus gesundheitlichen Gründen auf Tierprodukte verzichten wollen, haben das Recht darauf, eine informierte Wahl treffen zu können.

Erklärvideo: Für ein Europa ohne Gentechnik


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