Kreislaufwirtschaft: Europaparlament legt sich auf ambitionierte Recycling-Quoten fest

Das Europäische Parlament hat heute in erster Lesung über das Kreislaufwirtschaftspaket abgestimmt. Nachdem die Juncker-Kommission nach Amtsantritt das Gesetzespaket des früheren EU-Umweltkommissars Janez Potočnik kassiert und dem Europaparlament und den Mitgliedstaaten einen verwässerten Vorschlag unterbreitet hatte, machen die Europaabgeordneten sich nun für ambitioniertere und verbindliche Recycling-Quoten stark.

So haben die Europaabgeordneten den Kommissionsvorschlag um ein Reduktionsziel für Lebensmittelverschwendung (30% bis 2025 und 50% bis 2030) und für Abfälle in Meeresgewässern (30% bis 2025 und 50% bis 2030) ergänzt. Außerdem sollen alle Mitgliedsstaaten verpflichtet werden, eine getrennte Sammlung für Papier, Metalle, Kunststoffe, Glas und Bioabfälle einzurichten. Zusätzlich fordert das Europaparlament eine Erhöhung der vorgeschlagenen Reduktionsziele für Siedlungsabfälle (70% bis 2030) und Verpackungsmüll (70% bis 2025 und 80% bis 2030).

Der grüne Europaabgeordnete Claude Turmes begrüßt das Abstimmungsergebnis und erklärt:

Mehr Recycling bedeutet weniger Verschmutzung, weniger Überproduktion und vor allem auch weniger Abhängigkeit von teuren Ressourcenimporten aus Drittstaaten. Deshalb freue ich mich, dass die Mehrheit der Europaabgeordneten heute einer deutlichen Verschärfung des Gesetzesvorschlags der Europäischen Kommission zugestimmt hat. Nun liegt der Ball bei den nationalen Regierungen. Ich fordere sie dazu auf, den ambitionierten Vorschlag des Europaparlaments zu unterstützen!

Die Kreislaufwirtschaft vereint ökologisches Leben und Wirtschaften mit einer sozialen Perspektive. Wichtige Bestandteile sind der Schutz der Natur wie auch eine nachhaltige und gerechte Nutzung der natürlichen Ressourcen. Eine neue Ressourcenpolitik macht sich weniger abhängig von endlichen Ressourcen und schafft neue Perspektiven. Durch einfache Maßnahmen lassen sich kostbare Ressourcen schonen. Deshalb brauchen wir schnellstmöglich den Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft, die konsequent Abfall vermeidet und Stoffe wiederverwertet.

Auch für den Wirtschaftsstandort Luxemburg, welcher mittlerweile europaweit eine Führungsrolle in der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft eingenommen hat, bringt der Paradigmenwechsel hin zu einer ressourcenschonenderen Wirtschaft neue Perspektiven mit sich. »

Pressemitteilung: Kreislaufwirtschaft- Europaparlament legt sich auf ambitionierte Recycling-Quoten fest

Photo: (CC BY-NC-ND 2.0) United Nations Photo


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