Glyphosat: Grüne Fraktion im Europaparlament zieht für Zugang zu Glyphosat-Studien vor Gericht

Eine Gruppe grüner Europaabgeordneter hat im Namen der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament vor dem Europäischen Gerichtshof Klage eingereicht, um den öffentlichen Zugang zu Studien zu erreichen, die von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) zur Bewertung von Glyphosat herangezogen wurden. Abgeordnete der Grünen/EFA-Fraktion hatten im März 2016 Einblick in die von der EFSA verwendeten Studien beantragt, da diese nicht öffentlich zugänglich sind. Die EFSA ist dieser Aufforderung bis heute unter Berufung auf Geschäftsgeheimnisse der Konzerne nur sehr eingeschränkt nachgekommen. Hierzu erklärt der grüne Europaabgeordnete Claude Turmes:

“Rezent veröffentlichte interne E-Mails haben den systematischen Betrug, den Monsanto bei der Zulassung von Pestiziden in der Europäischen Union betrieben hat offenbart. Recherchen haben ergeben, dass die europäische Risikobewertung von Glyphosat unter anderem aufgrund von mindestens zwei von Monsanto gefälschten Studien erfolgt ist. Es ist absolut inakzeptabel, dass die europäischen Behörden unveröffentlichte Studien von Pestizidherstellern nutzen, um die vermeintliche Unbedenklichkeit des weltweit meist genutzten Unkrautvernichtungsmittels zu attestieren.

Gerade bei der Frage, ob ein Stoff krebserregend ist oder nicht, muss größtmögliche Transparenz herrschen. Wissenschaftliche Ergebnisse müssen öffentlich sein und extern begutachtet werden können, Geheimniskrämerei hat beim Zulassungsprozess von chemischen Mitteln nichts verloren. Unsere Klage ist kein Angriff auf die EFSA, sondern ein Versuch rechtliche Klarheit darüber zu schaffen, welche Informationen veröffentlicht und welche als rechtmäßig geheim betrachtet werden müssen. Wir fordern, dass die EFSA in Zukunft unabhängige und veröffentlichte Studien in ihre Bewertungen aufnimmt. Die derzeitige Situation ist unhaltbar.“

Hintergrund: Während die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (IARC) feststellte, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend für Menschen ist, wies die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA dies zurück. Ausführliche Informationen zur Klage finden Sie hier: http://extranet.greens-efa-service.eu/public/media/file/1/5197


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