Europaparlament hat keine Lust auf „Fukusushi“

Die Europäische Kommission hat im Juni vorgeschlagen, die Importkontrollen von Lebens- und Futtermittel aus Fukushima und Umgebung zu lockern. Reis aus Fukushima sowie mehrere Sorten Fisch und Meeresfrüchte sollten den Plänen zufolge künftig keinerlei Kontrolle vor Eintritt in die EU mehr ausgesetzt sein.

Das Europäische Parlament hat heute auf Initiative der grünen Fraktion mit einer überwältigenden Mehrheit gegen die Lockerung der Import-Kontrollen für Nahrungsmittel aus Fukushima und dem Umland gestimmt und somit ein starkes Signal an die Mitgliedstaaten gesendet, welche letztlich am 25. September entscheiden müssen.

Meine persönlichen Gründe gegen die Lockerung der Importkontrollen möchte ich an dieser Stelle kurz zusammenfassen.

Erstens ist die Situation im und rund um den havarierten Atomzentrale in Fukushima immer noch unübersichtlich und die radioaktive Belastung auf dem Gelände bleibt sehr hoch. In diesem Kontext wäre es unverantwortlich, einen Blanko-Scheck für Nahrungsimporte aus den betroffenen Regionen auszustellen und den japanischen Behörden blind zu vertrauen.

Zweitens plant TEPCO, der Betreiber der havarierten Atomzentrale, laut Medienberichten derzeit, Hunderttausende Tonnen Kühlwasser aus dem Reaktor (die momentan noch in Tanks auf dem Gelände des Reaktors gelagert werden) in den Ozean zu kippen. Es wäre ein fatales Signal an die europäischen Bürgerinnen und Bürger, gerade jetzt die Importkontrollen für Fischereierzeugnisse zu streichen.

Drittens finden sich unter den Nahrungsmitteln, die laut Kommission künftig nicht mehr kontrolliert werden müssten, auch Reis für Babynahrung und Nahrung für junge Kinder. Diese besonders schutzbedürftigen Gruppen sollten meiner Meinung nach unter keinen Umständen radioaktiver Strahlung ausgesetzt werden.

Nur wenn zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, dass die landwirtschaftlichen Flächen und die Gewässer in Fukushima und der Umgebung nicht radioaktiv kontaminiert sind, kann über eine Lockerung der Import-Kontrollen diskutiert werden.


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