Ebola-Krise: Die Europäische Union muss mehr Verantwortung übernehmen

« Die Situation in Westafrika hat sich dramatisch verschlimmert. Bisher hat die Epidemie in Westafrika rund 2400 Menschen das Leben gekostet, . In betroffenen Staaten wie Guinea, Liberia und Sierra Leone zu einem Kollaps der Gesundheitssysteme und zu akuten Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung geführt. Wir sind mit einer Epidemie konfrontiert, die sich durch die globale Mobilität der Menschen noch viel schneller ausbreiten kann, als anfangs angenommen. Wenn wir nicht schnell handeln, dann könnten in kurzer Zeit Hunderttausende Menschen infiziert sein. Dies könnte gesundheitliche aber auch politische und wirtschaftliche Konsequenzen für die EU-Mitgliedsstaaten haben.

Die westafrikanischen Staaten brauchen nicht nur finanzielle, sondern vor allem auch materielle und personelle Unterstützung. Es werden dringend Expertenteams gebraucht, die Isolierstationen und Feldlazarette aufbauen und betreuen und Behandlungszentren, in denen infizierte Menschen isoliert und unter guten sanitären Bedingungen behandelt werden können. Es wird höchste Zeit, dass die Europäische Union und die Mitgliedsstaaten tätig werden und mehr Verantwortung bei der Bekämpfung des Ebola-Virus übernehmen.

Ein koordiniertes Vorgehen unter Leitung der Vereinten Nationen ist nötig um die Anstrengungen vor Ort zu bündeln und eine effiziente Zusammenarbeit zu ermöglichen. Ich bin außerdem der festen Überzeugung, dass die lokalen medizinischen Hilfskräfte auf allen Ebenen der Anstrengungen beteiligt werden müssen. Nur so kann erfolgreich zwischen den internationalen Helfern und der lokalen Bevölkerung vermittelt und eine nachhaltige Stärkung der lokalen Gesundheitsinfrastrukturen gewährleistet werden. Die Immunologie-Abteilung des CRP-Santé hat unter Führung des anerkannten luxemburgischen Immunologen Claude Muller gezeigt, wie das geht: seit 20 Jahren arbeitet das luxemburgische Institut mit nigerianischen Ärzten zusammen und hat mit Geldern aus der luxemburgischen Entwicklungshilfe Schulungen für lokale Ärzte und medizinisches Material finanziert, das zur Zeit auch in den betroffenen Krisenregionen im Einsatz ist.

Die Menschen in Westafrika brauchen unsere Hilfe und wir sollten ihre Rufe nach einer stärkeren personellen und materiellen Unterstützung nicht unerhört lassen! »


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