Durchbruch gegen Plastikmüll in Europa!

In Zeiten von immer knapper werdenden Rohstoffressourcen werden in der Europäischen Union derzeit jährlich rund 100 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Davon werden allerdings lediglich 6% recycelt.

Für die menschliche Gesundheit stellen diese Einweg-Kunststofftüten eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar: sie enthalten oft zahlreiche Schadstoffe, die sich während des Gebrauchs herauslösen können und dann über die Umwelt in den menschlichen Körper gelangen. Beispielsweise werden Plastik-Kleinstpartikel in den Meeresgewässern durch die Strömungen abgetragen und sinken ab. Dort werden sie von Lebewesen gefressen und gelangen anschließend in den Nahrungskreislauf. Auf diese Art nehmen dann auch Fische, die später auf dem Teller landen, teilweise große Mengen an Kunststoff auf. Die im Plastik enthaltenen Chemikalien wirken bei Menschen ähnlich wie Hormone und können somit das empfindliche menschliche Hormonsystem durcheinanderbringen. Besonders für Kinder ist das gefährlich, da ihre Entwicklung dadurch gestört werden kann.

Auch für Umwelt sind diese Plastikbeutel sehr problematisch: jedes Jahr werden rund 8 Milliarden davon achtlos in der Natur und den Meeresgewässern entsorgt. So treibt im Nordpazifik seit Jahrzehnten ein Müllstrudel, der mittlerweile so groß wie Zentraleuropa ist. Strände versinken oft geradezu im Müll. Dieser verschandelt allerdings nicht nur unsere Landschaften und unsere Gewässer, für Meerestiere wie Seevögel, Robben und Wale ist er sogar tödlich.

Aus all diesen Gründen finde ich es richtig und wichtig, dass das Europäische Parlament am vergangenen Dienstag für eine Reduzierung von Plastikmüll in der Europäischen Union gestimmt hat. Diese neuen Bestimmungen für Einweg-Plastiktüten, die maßgeblich von der grünen Europaabgeordneten Margrete Auken mitverhandelt wurden, sind ein Durchbruch in unserem Einsatz für hohe Umwelt- und Gesundheitsschutzstandards in Europa. Es ist nämlich das erste Mal, dass die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet werden, den Verbrauch von Plastiktüten zu senken und es EU-weit verbindliche Vorgaben dafür gibt. Derzeit liegt der Durchschnittverbrauch von Plastiktüten europaweit bei rund 200 Tüten pro Einwohner pro Jahr. Ziel ist es nun, bis 2019 den durchschnittlichen Jahresverbrauch pro Person auf 90 und bis 2025 auf 40 Tüten zu senken.

Wir haben in Luxemburg mit der Einführung der « Öko-Tut » schon vor über 10 Jahren gezeigt, dass dies möglich ist. Durch den flächendeckenden Einsatz dieser Mehrweg-Taschen haben wir unseren Durchschnittsverbrauch auf rund 15 Tüten pro Einwohner pro Jahr reduzieren können und gehören somit europaweit zu den Vorreitern. Ich freue mich, dass durch das Votum im Europaparlament die erfolgreiche Strategie von Luxemburg jetzt EU-weit umgesetzt werden soll!

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